Stellenbeschreibung mal anders

Das tun, was man gut kann, statt eine Stellenbeschreibung auszufüllen

Sie sehen sie jede Woche in den Beilagen der kleinen und großen Zeitungen, Sie finden sie online bei den bekannten Jobbörsen…die guten alten Stellenanzeigen. Damit verdienen viele Leute ihr Geld…Werbetexter, Designer, Graphiker als Vorbereiter – und dann die Unternehmen, bei denen Sie eine Stellenanzeige publizieren. Und wieviel Schweiß und Hirnschmalz muß man hineinstecken, was nicht alles beachten… Diskriminierungsprobleme bei den Formulierungen sind da wohl am bekanntesten. Und bringt das am Ende wirklich den besten Bewerber für die Stellenbeschreibung?

Warum ist das so?

Sie waren schon immer da. Und in Unternehmen ist es gang und gäbe, eine Stellenbeschreibung zu formulieren, auf deren Basis man dann eine Annonce schalten kann. Nicht selten sucht man dann nach der eierlegenden Wollmilchsau, nach dem perfekten Kandidaten / der Kandidatin. Alles soll er / sie können, dazu noch im Ausland gearbeitet haben, sich auch ehrenamtlich betätigt haben, teamfähig sein…und was es da sonst noch so an Worthülsen gibt. Sodann wird mit blumigen Worten die Stellenbeschreibung formuliert, der sich der künftige Mitarbeiter / die Mitarbeiterin (das nervt übrigens, diese Trennung, deshalb verzichte ich ab sofort darauf…und mit dem „KandiatInnen“ fange ich gar nicht erst an) zu stellen hat. Die Wirklichkeit entpuppt sich dann bei beiden Seiten als ernüchternd. Den perfekten Bewerber findet man nicht, und die perfekte Stelle auch nicht. Dumm, wenn man dann noch die Unterteilung in A, B und C-Mitarbeiter vor Augen hat und natürlich ausschließlich die A-Leute sucht.

Was machen wir anders beim Thema Stellenbeschreibung?

Unser Vorgehen ist aus einer Not heraus geboren. Wir erbringen eine äußerst spezielle Dienstleistung, die sich über mehrere technologische Bereiche erstreckt. Und als wir 2003 angefangen haben, waren zunächst Geldsorgen unsere größten Sorgen. Dann aber bekamen wir mehr Aufträge, und so wuchs auch der Bedarf an neuen Mitarbeitern. Nur…einen teuren Ingenieur konnten wir uns nicht leisten, auch keinen Physiker, und spezielle Projekte in genau deren Spezialgebiet hatten wir auch nicht immer. Also…was tun?

Laß die Leute einfach arbeiten!

Man nehme: einen grundsätzlich interessierten, sympathischen Menschen, frage ihn, was er denn gerne tun möchte…und dann lasse man ihn einfach anfangen. So einfach ist das. Wir sind doch alle Menschen, und wir wollen morgens gerne ins Büro kommen und dort Leute treffen, die wir mögen…wir teilen uns ja den Platz an der Kaffeemaschine mit ihnen. Und daher ist mein Grundgedanke bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht: passt er genau auf die Stellenbeschreibung? Ich frage vielmehr: kann er was…und mögen wir ihn? Und was genau kann er?

Und dann lernt der neue Mitarbeiter nur eines: wie wir unsere Dienstleistung bisher gestalten. Wir lernen aber von ihm, wie er so etwas ganz anders machen würde…und vor allem hören wir ihm zu, was er eigentlich am allerliebsten machen würde – und genau das lasse ich ihn dann machen.

Was passiert dann?

Wir haben auf diesem Weg unser Dienstleistungsportfolio massiv erweitert und unsere „Produkte“ komplett umgestaltet. Wir haben Prozesse vereinfacht Zeit gewonnen. Und am Ende…haben wir alle ein bißchen mehr Spaß an dem, was wir tun, weil jeder das tut, was er kann und mag. Das klingt alles sehr märchenhaft, ist es aber nicht, wenn man hier einen Rahmen steckt, in dem sich ein Mitarbeiter austoben und entwickeln kann. Wir werden jetzt nicht Würste verkaufen…aber vielleicht einmal tatsächlich physische Produkte.

Und was können Sie tun in Sachen Stellenbeschreibung?

Und Sie? Schon mal darüber nachgedacht, jemanden einfach einzustellen, egal, ob er auf die Stellenbeschreibung paßt? Mutig sein und dem Bauchgefühl zu vertrauen, auf daß der Neue es schon richten wird? Mal jemanden einstellen, der aus einer ganz anderen Branche kommt und so gar nicht zu all den Prozessen paßt, mit denen Sie sich tagtäglich vielleicht selbst ärgern? Einfach mal auf die Stellenausschreibung verzichten und es wie Pippi Langstrumpf machen, die sich die Welt so baut, wie sie ihr gefällt? Glauben Sie mir, es ist den Versuch wert. Gewinnen werden Sie auf jeden Fall, nur wie der Preis aussieht, kann ich nicht sagen.

Das war es für heute. Im nächsten Beitrag werde ich von unserem Ausflug nach Andechs berichten…Teambuilding nach dtd-Art. Bleiben Sie mir also treu!

Natürlich bin ich unter mann@dtdienst.de jederzeit für Diskussionen zu allen bisherigen Themen zu erreichen.

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