Rechnungen pünktlich zahlen – eine Frage der Einstellung

Worum geht es in diesem Beitrag?

Aus aktuellem Anlaß widme ich mich einem Thema, das beim einen oder anderen in der Wichtigkeit ganz hinten liegt – dem Bezahlen von Rechnungen. Hier gibt es, wenn man genau hinsieht, drei große Richtungen. Strategie 1: Rechnungen nicht bezahlen, Mahnungen aussitzen, erst auf den letzten Drücker überweisen, bevor es zum Mahnbescheid kommt. Strategie 2: Rechnungen sofort bezahlen, wobei „sofort“ nach meiner Definition am Tage des Rechnungseingangs bedeutet. Strategie 3: alle Rechnungen sammeln und jeweils an einem Tag der Woche bezahlen, also relativ zeitnah, aber nicht sofort. Diesen Weg wählen wir beim dtd.

Hintergrund

Früher war alles besser…nun, dem möchte ich nicht unkritisch zustimmen, denn nicht alles war früher ( und was heißt hier eigentlich früher ) wirklich besser. Früher war aber vieles leichter – beispielsweise der Zahlungsverkehr. Wir erleben dessen Komplexität und Kompliziertheit in vielen unserer Projekte für Kunden verschiedener Größe und geographischer Ausrichtung, vor allem bei den ersten Projektschritten und der notwendigen Bestellung. Da gibt es Order-Center mit Sitz in Osteuropa, längliche Wege der Zustimmung zu einem Angebot, die Mühsal von Beschaffungsprozessen, die Notwendigkeit zur Freigabe von Bestellungen seitens unterschiedlicher Stellen…es freut sich die Bürokratie, doch eine Erleichterung ist das nur bedingt.

Auch nicht für die Kunden, denn deren Aufgaben warten nicht einfach solange, bis die Bestellung ausgelöst ist. Man stelle sich einmal vor, es brennt…und bevor die Feuerwehr dann kommen und löschen darf, hat sie erst einmal ein Angebot abzugeben, welches zunächst durch den Beschaffungsprozeß durchgeschleust werden muß. Das ist sicher ein wenig übertrieben, trifft es andererseits aber auch.

Wo liegt das Problem?

Wenn wir unsere Arbeit getan haben, stellen wir die Leistung in Rechnung. Und dann haben wir mit Zahlungszielen von 30,45 oder manchmal sogar 60 Tagen zu leben. Brechen wir das einmal auf die genaue Bedeutung herunter: 60 Tage, also zwei Monate, habe ich alle Kosten des dtd zu bezahlen, ohne einen einzigen Cent hereinzubekommen. Gehälter, Miete, Versicherungen, Sozialabgaben…und natürlich darf ich auch die Umsatzsteuer sogleich dem Finanzamt überreichen. Würden wir unsere Leistungen für den jeweiligen Auftraggeber auch erst nach 60 Tagen erbringen, dann paßte das zusammen. So aber lösen wir ein Problem für einen Kunden – und warten dann.

Das fühlt sich nicht gut an, das kann ich Ihnen sagen…vor allem dann, wenn sich Projekte häufen, die mit langen Zahlungszielen einhergehen, und es dann immer mal wieder zu Leerlauf kommt. In der Anfangszeit meines Unternehmens hat mir das immer wieder unruhige Tage beschert ( die Floskel „schlaflose Nächte“ paßt bei mir nicht – ich schlafe immer gut, egal, was passiert ). Und im Austausch mit anderen Unternehmen stellte sich schnell heraus, daß es vielen ähnlich geht. Man leistet rasch, erfüllt alle Projektaufgaben unverzüglich, um dann zu hoffen, daß es diesmal vielleicht ein bißchen schneller geht.

Die Kundensicht – und die verpaßte Chance

Gerade größere Unternehmen sagen, daß sie ein kurzes Zahlungsziel vor Probleme stellt. Zahlbar sofort sei quasi unmöglich. Man müsse das als Lieferant verstehen, die Zwänge seien eben da, man könne hier nicht beschleunigen, der Prozeß sei eben kompliziert. Doch hier liegt eine große Chance, die nur wenige nutzen: die Möglichkeit zur sofortigen Verbesserung der Außenwirkung. Stellen Sie sich doch einmal vor, Ihre Lieferanten rufen bei Ihnen an und bedanken sich für die sofortige Zahlung einer Rechnung! Der Mensch erzählt, so ist es durch Forschungen erwiesen, negative Erfahrungen bis zu 13 mal herum, positive leider nur zwei bis drei Mal. Wie oft also wird über säumige Kunden geschimpft? Und wie herausragend wäre es, wenn Rechnungen immer sofort bezahlt werden – und man dies auch noch auf der Website und im Einkauf kommuniziert?

Ihr Bild beim Auftragnehmer

Ihr Lieferant wird sich für Sie zerreißen, wenn er weiß, daß auch Sie sich für ihn einsetzen. Es ist eine Frage der Geisteshaltung und ein Kontrapunkt zur „Geiz ist geil“ Mentalität der meisten Deutschen. Sie können hier ganz einfach ein Zeichen setzen, das weithin sichtbar ist. Und es ist ganz einfach: Zahlen Sie immer pünktlich oder überpünktlich. Bezahlen Sie Ihre Lieferanten immer sofort. Ohne Ausnahme. Reden sie sich nicht auf die Bürokratie heraus. Verlangen Sie kein Skonto. Kommen Sie einfach Ihrer Verpflichtung nach und bezahlen Sie die erhaltene Leistung. Was ist so anders im Großunternehmen, als dem Bäcker für seine Tüte Semmeln zwei Euro in die Hand zu geben? Denken Sie einmal darüber nach, wieviel Freude und Begeisterung Sie mit einer an sich so einfachen Sache, einer Selbstverständlichkeit, erreichen können. Ich bin da vielleicht altmodisch, aber versuchen sie es. Es lohnt sich.

Und wie steht es bei Ihnen?

Fragen Sie sich doch, wie Sie es erreichen können, Ihre Rechnungen sofort zu bezahlen. Was müssen Sie umstellen? Ist es mit Kosten verbunden? Was kann sich dadurch vereinfachen? Wie können Sie komplizierte Abläufe straffen? Welche positiven Nebeneffekte gibt es Welches ist der erste Schritt?

Und dann zahlen Sie die nächste Rechnung sofort. Rufen Sie Ihren Lieferanten an und erzählen es ihm. Es lohnt sich.

Ihre Meinung zu diesem Thema interessiert mich. Ich helfe Ihnen auch gerne bei der Umsetzung.

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