Englisch im Unternehmen – so verbessern Mitarbeiter ihre Sprachfertigkeit ganz ohne Fortbildungen

Englisch im Unternehmen…und vom Sinn der Fortbildungen

Hier haben wir es mit einem echten Reizthema zu tun, den Fortbildungen im Allgemeinen und Englischkursen im Besonderen. Fortbildungen werden ja gerne von oben verordnet oder gar mit der Gießkanne über alle Mitarbeiter ausgeschüttet. Der Unterton aus der Chefetage dazu ist dann: „seht ihr, liebe Mitarbeiter, wir kümmern uns um Euch!“. Dann gibt es eben die nächste Maßnahme zur Schulung des Vertriebs, meist durch einen externen Berater, der dann von seinen neuesten Methoden berichtet. Oder eine Softwareschulung zu einer Software, die eh schon jeder beherrscht. Oder einen Schnellkurs zum Thema agiles Arbeiten. Oder eben…einen Englischkurs. 

Der Deutsche und die englische Sprache 

Das ist keine Liebesbeziehung, und selbst gestandene Mannsbilder tun sich schwer damit, leicht und locker auf Englisch zu parlieren. Reibungsverluste allenthalben, aber man kommt trotzdem irgendwie klar mit seinen Kollegen in den USA, China oder Indien, die Globalisierung treibt alle voran. Die Qualität ist dabei schwierig, da der Deutsche gerne perfektes Englisch sprechen will und sich dann in den Stricken der Grammatik verheddert, anstatt einfach frei von der Leber weg zu plaudern. Oder es fehlt am Vokabular…ich werde nie vergessen, wie ein anderer Gast an einer Bar im griechischen Kos ein freundliches „Weißweinschorle, please“ an den Barkeeper herangetragen hat, sich dann wundernd, warum ihm nichts serviert wurde. 

Also doch Kurse besuchen?

Ist ja schon mal keine schlechte Idee, wenn es um die Grundlagen, die Grammatik, das Vokabular und allgemeine Fertigkeiten in der englischen Sprache geht. Sehr hilfreich und unterstützend dazu kann ich das Lesen von englischen Büchern empfehlen, noch besser, auch für das Hörverständnis, sind Filme im Originalton. Hier hat uns das Ausland etwas voraus, da gibt es in Holland beispielsweise im Kino alle Filme im Original mit Untertiteln. So wird man en passant mit der Sprache vertraut und eignet sich einen feinen Schimpfwortschatz an. Doch all das hilft nicht weiter, wenn man selbst sprechen will oder muß. Denn eines haben Kurse, Filme und Bücher gemein: es mangelt an Möglichkeiten zur Übung

Und wie geht es besser?

Manchmal liegt die Lösung auf der Hand. Eine Mitarbeiterin kam zu mir und sagte, sie besuche jetzt schon ein Jahr lang regelmäßig einen Englischkurs, aber frei Sprechen ginge nicht gut, weil es an Gelegenheit mangele. Sie hatte, wie ich es gerne mag, auch gleich eine Lösung parat: warum können wir im Unternehmen nicht zumindest einen halben Tag lang alle auf Englisch miteinander reden? Das wäre für alle gleich schwer, weil wir alle keine Muttersprachler sind, und Übung macht doch den Meister, so die Kollegin. Eine wirklich gute Idee, die wir dann im Rahmen des Daily als Sonderthema sogleich besprochen und abgestimmt haben…

Stand der Dinge

Trotz leichten Murrens beim einen oder anderen ist es nun so, daß wir seit 2019 jeden Dienstag von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr unsere interne Konversation auf Englisch machen. Nur bei schwierigen Dingen wechseln wir zurück zu Deutsch, weil gerade im technischen Englisch doch Vokabelengpässe vorhanden sind. Es kommt zu heiteren Szenen beim Daily, man sucht händeringend nach Worten, aber jeder hilft aus, und siehe da: es wird von Mal zu Mal besser. Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, daß auch der letzte Kollege statt eine „Guten Morgen“ beim Hereinkommen ein nettes „morning, folks“ über die Lippen bringt.

Und wenn Sie sich jetzt fragen, wie wir das mit Anrufen halten…nun, wir antworten natürlich auf Deutsch. Probieren Sie es aus und rufen mich an – und probieren Sie auch bei sich im Unternehmen mal einen „English Day“ aus. Zu Beginn reicht ja ein halber Tag…

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